Gestern haben wir im Hotel von unserem Tagesprogramm erzählt. Die haben uns nur fassungslos angeschaut und gemeint, da hätten wir wirklich viel gesehen 😂
Hehe, verständlich. Das ist etwa die gleiche «Tubeltrophy», welche die Touristen in der Schweiz abspulen: Jungfraujoch, dann Luzern und im Anschluss noch Zürich…
Heute geht’s in die Berge für eine kleine Wandertour. Alles schön meinen gesundheitlichen Möglichkeiten angepasst. Wir werfen uns also in die Wanderkluft und fahren los. Ausgangsort ist Artà, das ist etwa 20 Minuten von unserem Standort entfernt. Eigentlich fast in Sichtnähe, aber wir müssen einen Umweg fahren, weil eben nur eine Strasse dahin führt. Landschaftlich ist es bezaubernd! Wir fahren an Feigenplantagen vorbei, die Blätter stossen aber erst vereinzelt durch die scheinbar dürren Äste.
Bald schon kurven wir durch die engen Gässchen von Artà. Hübsch! Dann geht es rein in den Parc Natural. Auch hier sind die Strassen eng und das Überholen der Fahrradfahrer etwas mühsam. Und hopplaaaaaa – Einfahrt in das Schotter-Rumpelwägli verpasst. Das braucht mal wieder ein spitzfindiges Wenden 😝 Vom Parkplatz aus wandern wir dann los…
Der Wanderweg ist gesäumt von gelb blühendem, stark riechendem (für mich riecht’s wie abgestandener Schweiss) Ginster. Mir bereitet das Kopfschmerzen. Haha, wen wundert’s 😬 Doch der Weg führt uns auch durch schattige Kiefernwälder. Oft gibt es auch kleine Palmen und überall den ästigen Affodill (den Namen habe ich nachgeschaut). Nach einer gut zweistündigen Runde sind wir zurück und machen uns auf nach Artà.
Artà ist eine kreative und historische Stadt im Nordosten der Insel. Das traditionelle Städtchen liegt inmitten eines weitläufigen Tals am Fusse eines kleinen Berges. Hier wird konsequent am Kulturerbe und den Traditionen festgehalten; für den Tourismus werden wenig Zugeständnisse gemacht. Das Zentrum ist grösstenteils Fussgängerzone.
Artàs Hauptattraktionen sind eng mit dem kulturellen Erbe des Areals verknüpft. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist mit Sicherheit die Kirche/Festung Sant Salvador und die befestigten Mauern, die sie umgeben.
Hier oben kann man den Blick über die Mandel-, Oliven- und Johannisbrotplantagen schweifen lassen. Man kann dabei gut nachempfinden, wie sich das Leben hier im 13. Jahrhundert angefühlt haben muss, denn ein bisschen sind die Uhren in Artà stehen geblieben. Doch es gibt auch eine kleine Einkaufsmeile und wenige, aber schnuselige Restaurants.
Das Wieder-Herausfahren aus Artà ist etwas mühselig, weil uns das Navi durch ganz komische Strassen lotsen möchte. Echt jetzt hier links…? Wir haben im Fall keinen Cinquecento! Es ist eng, sehr eng. Ich entscheide mich nach Gefühl respektive nach den Wegweisern zu fahren, und dann kommt’s gut. Weiter geht’s zur Cala Torta. Die Aussicht vom Berg ist mega! Man sieht bis zur Nachbarinsel Menorca, und ganz am Horizont sieht man eine Fähre. Zur Bucht selbst ist es dann noch ein ziemlicher Fussmarsch.
Am Strand beobachte ich ein wahres Schauspiel: Die Kormorane tauchen nach Fischen, und die Möwen fliegen im Sturzflug hin und schnappen sich die kleinen Fischli, die silbern in der Sonne glänzen. Dumm gelaufen – jedenfalls für den Kormoran 😅 Der lässt sich jedoch nich beirren und taucht einfach fleissig weiter.
Andrea zieht’s noch etwas den Berg hinauf. Ich geniesse es, am Strand zu sitzen, den Wellen zuzuhören und die Möwen zu beobachten. Danach geht’s gemeinsam auf einem Küstweg zur nächsten Bucht und von da hoch wieder zum Auto, welches wir schattig unter einer mächtigen Kiefer abgestellt haben.
Danach ein nochmals sehr leckeres – letztes – Abendessen. Fisch 😊 Hach.
PS: Den Text tippe ich auf der iPhone-Tastatur, da können sich gerne mal Fehler einschleichen – auch so lustige wie gestern. Die Fotos sind noch alle unbearbeitet.
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