Da ist ein Moment, bevor die Sonne am Morgen die Erde berührt und aufgeht. Die Luft ist noch kühl und die Welt erwacht. Doch es ist nicht der Lärm sondern die Ruhe die sich ausbreitet. Das Land ist gross und offen. Still. Geerdet. Sicher.
Genau diese wunderbare Welt werden wir heute aus der Luft erkunden. Ruhig und gemächlich. Mit dem Heissluftballon.
Es ist unsere erste Ballonfahrt überhaupt...
In völliger Dunkelheit und total eingemummelt fahren wir zum Startplatz des Tages. Die letzten Vorbereitungen laufen. Wir können alles mitverfolgen. Es ist sehr eindrücklich. Bald dürfen wir in den Korb reinklettern. Unser Pilot ist Denis, er ist in Kongo geboren, in Belgien aufgewachsen und mit seinen Eltern nach Namibia ausgewandert. Mit seinem Vater ist er bereits als Kind Ballon gefahren. Er hat über 3500 Fahrten hinter sich. Wir fühlen uns sicher.
Und dann: Fast unbemerkt hebt sich der Korb vom Boden, gewinnt schnell an Höhe (doch zuerst schrammen wir noch über eine Baumkrone, da waren wir noch nicht ganz so hoch 😩). Eine halbe Ewigkeit gleiten wir so sanft mit dem Wind (20km/h) über die älteste Wüste der Welt. Es besteht Unklarheit wohin und wie weit es genau gehen wird. Puohh es ist wunderschön ❤️ Ich denke so eine Ballonfahrt gehört zu den eindrücklichsten Erlebnissen in Namibia! WAHNSINN!
Lautlos gleitet unser Ballon also über das seit 2013 als Welterbe der UNESCO geschützte Sandmeer der Dünen. Die Sonne geht auf. Lias und ich sind im siebten Himmel. Unter unseren Füssen ein Korb und darunter nichts als reine Natur. Es ist eine Sinfonie von Formen und Farben!
Seit 35 Jahren hat es im Winter nicht mehr so viel geregnet wie dieses Jahr. So haben wir das sehr seltene Vergnügen eine grüne Landschaft anzutreffen. Kein Laut ist zu hören. Nur das Anheizen des riesigen Butangasbrenners, der heisse Luft in die Hülle bläst, durchbricht ab und an die Stille. IDYLLE pur.
Es ist nun 8 Uhr morgens. Zu dieser wunderbaren Stunde, wenn die Sonne ihre Fühler erst schüchtern, später immer kräftiger über die Dünen legt.
Tatsächlich sind die Dünen bei Sonnenauf- und untergang am spektakulärsten, wenn das stetig wechselnde Licht die Kulisse in eine regelrechte Farbexplosion verwandelt und mit den scharfen,
dunklen Schatten kontrastiert.
Es ist unfassbar schön und ein irres Gefühl! Erst nach etwas mehr als einer Stunde spüren wir wieder festen Boden unter den Füssen. Für die Landung mussten wir in die Hocke gehen und uns am Korb festhalten. Der Korb nimmt knirschend mit dem Boden Kontakt auf, hüpft/schleift zweimal kurz über die Erde, um dann stillzustehen, bevor alle wohlbehalten und bester Stimmung herausklettern.
Beim anschliessenden traumhaften Frühstück inmitten der Sandwüste, vermittelt der endlose Horizont ein Gefühl von grosser Zufriedenheit und Dankbarkeit. Was für ein Erlebnis und dazu mein wohl schönstes Frühstück ever! Es war der hohe Preis der Ballonfahrt definitiv wert. Das schöne an diesem Erlebnis ist auch, dass wir von der Schule auf dem Gelände erfahren durften. Mittlerweile sind es 50 Kinder, sie hoffen, dass es bald 100 sein werden. Ich kaufe etwas um das Projekt zu unterstützen, denn die nächste Schule ist 100km! weit entfernt. Auf der Rückfahrt sehen wir Tiere und rumpeln durch ein Bachbett und einen steilen Hang hinauf 😅
Den restlichen Tag verbringen wir in unserer wunderbaren Lodge und der Umgebung und dem Pool. Wir relaxen und geniessen das hübsch angerichtete und sehr feine Mittag- und später Abendessen mit Sonnenuntergang. Wir spazieren am späteren Nachmittag auch gemütlich auf dem Tsauchab River Trail in der Nähe der Lodge.
Um den Sonnenauf- oder -untergang vor dieser Kulisse zu geniessen, muss man tatsächlich im Park übernachten, weil das Haupteingangstor 60km östlich erst exakt mit Sonnenaufgang öffnet und bereits mit Einbruch der Dunkelheit schliesst.
PS: Alle Bilder im Blog sind unbearbeitet. Die zwei gelben Bilder sind von Namib Sky.






































































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