· 

Namibia | Tag 11 | Ankunft Damaraland

 

Die Kulisse des Damaralandes besticht durch eindrucksvolle Felsformationen und eine karge Wüstenlandschaft. Nach der Regenzeit verändert sich die Szenerie jedoch in ein gigantisches Farbspiel mit saftig grünen Ebenen, rotleuchtenden Wüstenlandschaften, grauem Gestein und einem tiefblauen Himmel.


Um 9 Uhr rumpeln wir aus der Dünenlandschaft der Skeleton Coast hinaus. Shiimi (mittlerweile weiss ich, wie er sich schreibt) fährt uns. Wir fahren diesmal alles dem Meer entlang, da Low Tide ist. Es ist viel angenehmer und schneller! Wir sehen einen Schakal, der eine Robbe frisst. Das Fleisch scheint zäh zu sein 😬


Der Nebel verzieht sich übrigens laut Shiimi IMMER an der Küste jeweils um 11 Uhr und kommt um 16 Uhr zurück. Deshalb die Shuttlezeiten der Lodge. 


Beim Parkplatz angekommen wird Jaqueline und David noch 20 Liter Diesel in den Tank hineingepumpt – sie hatten auf eine Tankstelle gesetzt, doch diese gibt es seit einem halben Jahr nicht mehr. Deshalb unser Doppeltank… 


Doch wir selbst haben ja noch das Problem mit dem abgebrochenen Schlüssel… Die Vermietung meinte nur: Wir haben keinen anderen Schlüssel. Daraufhin haben wir geschrieben, dass wir leider das Schloss aufbrechen müssen. Das abgebrochene Stück Schlüssel kriegen wir mit der Pinzette raus. Dann probiert Shiimi einen ganzen Schlüsselbund durch, den er aus der Lodge mitgenommen hat. Nichts passt. Also doch Hammer und Schraubenzieher, den er auch vorsorglich mitgenommen hat. Doch dann versuchen wir die untere Klappe zu öffnen. Mit wegschieben des Dichtungsgummis bekommen wir die Ladefläche tatsächlich auf. Grosses Gejubel aus allen Mündern! 


Es ist also für den Moment alles gelöst. Nach einer herzlichen Verabschiedung von Shiimi, Jacqueline und Daniel fahren wir in Richtung Damaraland. 


Nach etwa zwei Stunden Fahrt weg von der Küste wird es plötzlich warm im Auto. Von 12 Grad steigt das Thermometer innert einer Viertelstunde auf 35 Grad! Puhhh, schnell den Pullover abziehen. Ist das heiss 🥵 


Beim Springbockwather-Gate verlassen wir die Region. Wir müssen unseren Einfahrtsschein vorweisen und wieder «auschecken». Wir wollen gerade los, da drückt er uns ein kleines Papiersäckli in die Hand und sagt, das sei für Martha in 4 Kilometer, sie würde am Strassenrand darauf warten, es seien Guetzli. Mhhh, auf der Tüte steht Helena 🤔 Vier Kilometer später winkt uns Martha-Helena, was auch immer. Sie ist eine Indogene Frau, ich vermute wegen der roten Erdfärbung des Körpers (sie ist auch «oben Ohne») von den Himbas. Natürlich hat sie im Hintergrund einen Stand… Wir übergeben das Säckli und fahren weiter. 

 

Wiederum sind wir in einem Wilderness Camp – dem Doro Nawas. Das Camp liegt idyllisch am trockenen Abu-Huab Fluss mit herrlichem Blick über die Etendeka Berge im Norden und dem Sandsteingebirge von Twyfelfontein im Süden. Das beeindruckende Hauptgebäude der Lodge wurde auf einem Hügel errichtet. Nun ja, von Aussen ist das jetzt nicht so hübsch, eher wie ein Militärbunker 🤭 Aber Innerhalb und auch die Zimmer sind schön. Auch hier haben wir die Möglichkeit im Freien zu schlafen – trotz Elefanten die scheinbar manchmal vorbeischauen. Wenn ich die Temperaturen im Zimmer fühle, dann ist das Draussen pfuusen vielleicht eine gute Idee. Mol luege. Bei unserer Ankunft wurde übrigens gesungen. Wir fühlen uns willkommen 😊

 

In Namibia ist Offline sein schön. Durch die eindrückliche Landschaft fahren, sich von den superkuriosen Träumen erzählen, Musik hören und plaudern… Nicht überall gibt es Empfang, sei weil Kupferdiebe die Leitungen geklaut haben oder ganz einfach, weil es keinen Empfang gibt. Genau das macht Raum für den Moment. Weniger Ablenkung. Mehr echtes Erleben. Hier im Camp haben wir wiederum nur im Hauptgebäude Wlan. Es beisst an den Fotos, obwohl alle nur in niedriger Auflösung sind. 

 

Namibia ist nach der Mongolei das am dünnsten besiedelte Land der Welt. Das bedeutet: praktisch keine Lichtverschmutzung. Wenn es dunkel wird, zieht sich die Milchstrasse als leuchtendes Band von Horizont zu Horizont – so klar und nah, dass du meinst, hineingreifen zu können. Es ist atemberaubend schön.


Und noch immer so heiss!


✨🌟✨🌟✨🌟✨🌟✨

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0