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Namibia | Tag 20 | Transfer Kasane Botswana


Vom schmalen Caprivi-Zipfel aus ist es nur noch ein Leoparden-Sprung nach Sambia (auch Zambia) und Botswana mit den Naturschönheiten Victoria Falls und Okavango-Delta… 


Heute Morgen flog Lias und mir ein Eulenpäärchen um die Ohren. So schön! Hätten wir die Hand ausgestreckt, hätten wir sie berühren können. So spüren wir nur den Flugwind. Megaschön.  


Ja, liebe Vreni, die Elefanten haben uns allen einen Schrecken eingejagt und wir sind auch froh, sind wir nicht die Touristenschlagzeile geworden 🙈 Die Grösse und Kraft dieser Tiere ist sehr eindrücklich und nicht zu unterschätzen! Man darf einfach nie vergessen, dass es Wildtiere sind…


Wir sind eine Stunde früher beim Frühstück als gestern. Die Sonne geht vor unseren Augen über dem Fluss auf. Schön! Und dazu gibt es das beste Brot während der ganzen Reise überhaupt (haha sicher Betty Bossi) 😊 Jeden Morgen noch warm aus dem Ofen! Vollkorn oder mit Sonnenblumenkernen und ein Brot hatte einen ganz feinen Kümmelgeschmack. Danke dafür!


Wir müssen um 8 Uhr los, weil wir heute das Mietauto um 14 Uhr in Kasane in Botswana abgeben müssen. Wieviel Zeit wir für den Grenzübertritt brauchen, ist schwer einzuschätzen… 


Unterwegs sehen wir viele Menschen die zu den Wasserstellen pilgern. Die Kinder sind kleiner als die Kanister die sie tragen… Es hat Kühe, Hunde und Ziegen auf und neben der Strasse. Komischerweise sehen wir Hunde und Katzen erst, seit wir in der Zambesiregion sind 🤔 


Die Strasse durch den Nationalpark ist wieder schnurgerade und hat zünftige Schlaglöcher (für dich Nicole wäre es definitiv nichts!), Elefanten, Büffel und ein Potpurri an Musik von Depeche Mode, U2, Coldplay, Breaking Benjamin, ABBA, Billy Eilish, Snow Patrol, Placebo, Mumford & Sons, Grönemeyer, The Roots, Pearl Jam, Michael Jackson, Whithney Houston und und und, begleiten uns. 


Das mit den Tieren, meist Kühe oder Ziegen neben und auf der Strasse, ist eine sehr unangenehme Sache. Ihr müsst euch eine Autobahn bei uns vorstellen: Auf dem Mittelstreifen und auf der rechten Seite grasen Kuhherden die gerne einfach mal so über die Strasse mit 120 Tempolimite trotten… Sehr unberechenbar das Ganze 😩


Wir haben bis jetzt 4366 Kilometer gemacht. Ja, für uns ist Reisen mehr als Kofferpacken, Sonnencreme, Drinks und Party. Es bedeutet, unberührte Natur hautnah zu erleben, Menschen kennenzulernen, in fremde Kulturen einzutauchen und dem Rhythmus der Sonne zu folgen. Hier in Afrika wird es schnell dunkel und deshalb geht man auch früh zu Bett und steht dann mit der Sonne wieder auf. 


Was die Fahrzeiten angeht, fühlen sich hier sechs Stunden wie drei Stunden an. In der Schweiz/Europa bin ich bereits nach zwei Stunden Autofahren genervt und müde. Das hat wohl mit dem vielen Verkehr zu tun. Hier rollt oder holpert man (jedenfalls bevor wir auf der B8 waren) gemütlich durch die Gegend und die Zeit vergeht einfach so. Ich habe aber auch viel geschlafen. 


Apropos schlafen; in Namibia kann man zu ganz unterschiedlichen Preisen pfuusen. Wir haben günstigere und teurere Lodges gemischt. Natürlich kann man die Reise auch mit dem Dachzelt machen, das braucht dann wohl einfach definitiv das Thermopyjama zu dieser Jahreszeit 😬


Wir kommen zur Grenze. Mhhh, scheint alles etwas unübersichtlich hier. Wir gehen mal in das Häuschen wo alle reingehen. Anstehen am ersten Schalter. Stempel. Anstehen am zweiten Schalter. Stempel. Weiterfahren. Mit dem Auto durch eine tiefe Desinfektionswanne fahren. Aussteigen. Hände desinfizieren. Erster Schalter. Stempel. Zu Fuss durch eine Desinfektionswanne waten. Anstehen zweiter Schalter. Stempel. Anstehen dritter Schalter. Stempel und bezahlen. Ins Auto steigen. Wieder aus dem Auto steigen und alle Schuhe die wir noch dabeihaben desinfizieren. Wir machen gerade die Schuhe die schnell verfügbar sind. Wir dürfen passieren. 


Das erste mal überhaupt kippt bei uns im Auto die Stimmung. Christian und ich keifen uns wegen einer Nichtigkeit an. Ich sollte die Dokumente wegräumen, doch er sagt mir nicht wirklich, was er von mir möchte. Ihr alle kennt diese Situation sicher auch. Gedankenlesen ist und bleibt nun mal schwierig… Es war heute aber auch eine lange und anstrengende Fahrt. Während dieser Fahrzeit hat sich die Region wieder enorm verändert. Wie aus dem Nichts spazieren Affen und Giraffen über die Strasse. Es ist auch alles viel westlicher geprägt. Für uns ist es nach der Ruhe der letzten Wochen ein kleiner Kulturschock. 


Mit einer 20minütigen Verspätung kommen wir in der Lodge an und geben das Auto dem supernetten Typen von der Autovermietung zurück. Erzählen das mit dem Schloss. «Oh shit!», ist sein Kommentar. 


Gemütlich einrichten. Ankommen. Duschen. Uns erwarten mal wieder gefaltete Duschtücher. Dieses Mal sind es Schwäne. Wir hatten jedoch schon allerhand Tiere 😉 Das erste Mal seit drei Wochen lese ich die srf-News. Die Brände um Bordeaux sind fürchterlich. In Lège Cap-Ferret waren wir vor einigen Jahren in den Ferien. Auch da hat es gebrannt und wir konnten einfach nicht auf die Dünen bei Arcachon und alles war mit Asche bedeckt. Doch jetzt wurde die ganze Region evakuiert. Schlimm, all die wunderschönen Pinienwälder die wir mit dem Fahrrad zu den Dünen durchfahren sind 😞


Es gibt ein Braii (Grilladen), es ist unser Zweites, wenn ihr euch an die Skeleton-Küste zurückerinnert. 


Wisst ihr eigentlich was ein Bushbaby ist…? Eine Bettflasche 😂 


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