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Namibia | Tag 21 | Ankunft Zimbabwe Victoria Falls

 

Die tosenden Victoria Falls bilden das Grenzgebiet zwischen Zimbabwe und Zambia und zählen zu den beeindruckendsten Wasserfällen der Welt und zu den meist besuchten Naturwundern Afrikas. Den Namen verdanken die Victoriafälle dem schottischen Missionar David Livingstone, wobei die einheimische Bevölkerung das Spektakel noch immer «Mosi-oa-Tunya» nennt, was «der donnernde Rauch» bedeutet. Dieser Name ist sehr passend, denn von den Fällen steigt eine hohe Gischt- und Nebelwolke in den Himmel, sodass man sie bereits aus der Ferne lokalisieren kann. Wir sehen sie bereits bei der Einfahrt in die Stadt. Der Besuch der Victoria Falls macht deutlich, warum die majestätisch in die Tiefe rauschenden Wasserfälle zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden.

 

Während nach der Regenzeit die Höchstmasse an Wasser in die Schlucht stürzt, wird man scheinbar als Besucher auf den vielen Aussichtsplattformen durch die hochsteigende Gischt nicht selten nass. Wir Schweizer kennen das vom Rheinfall... Die vielen Regenbogen, die sich im strahlenden Licht der Sonne in ein einmaliges Farbenmeer verwandeln, sind ein weiterer Anziehungspunkt der Fälle. Wir wollen uns das nicht entgehen lassen, deshalb such die Fahrt bis hier hoch. Morgen geht es zweimal zu den Fällen. Einmal frühmorgens und einmal am Nachmittag, jedoch ohne Helikopterflug, wie das viele tun. Die Helikopter starten im Viertelstundentakt 😳


Wir befinnen den Tag heute gemütlich und werden um 10.15 Uhr abgeholt. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich topfit bin. Obwohl wir die Reise auf 23 Tage ausgeweitet haben (andere machen Namibia in 14 Tagen), ist es anstrengend. Ich schlafe in der Nacht und im Auto viel und versuche mich so einigermassen stabil zu halten, doch gelingen tut es nicht wirklich. Dennoch würde ich die Reise wieder tun! Die Ballonfahrt gehört zu den mit schönsten Erlebnissen in meinem bisherigen Leben! ❤️


Und, ich habe zuhause nochmals 1,5 Wochen Ferien, das ist sicher hilfreich um wieder auf ein annehmbares Level zu kommen 😉 Wir haben auch versucht die Anstrengung mit den Safarifahrten zu steuern. Eher am späteren Nachmittag als in der Früh los. Auch heute hätten wir um 5.30 Uhr auf eine Tour gehen können. Doch wir frühstücken gemütlich. Wir durften schon so unglaublich viel sehen! Ob da jetzt auch der Leopard noch ist… Für mich ist das nicht Priorität Nr 1. 


Unsere erste Ferienwoche fühlte sich sehr lange an. Die zweite Woche verflog im Nu und auch die letzten Tage gehen nun unglaublich schnell vorbei. Dabei gibt es noch so viel zu sehen!


Die Malariaprophylaxe vertragen wir gut. Mücken haben wir, wie auch auf unserer Uganda-/Ruandareise noch keine einzige gesehen. Vielleicht ist es im namibischen Sommer anders, doch momentan ist es wohl zu kalt für die Viecher. Hier in dieser Region sind wir ja eigentlich in der hochroten Zone. Aber Vorsorge ist bekanntlich besser als Nachsorge. 


Wir haben heute den Grenzübertritt nach Zimbabwe. Wir werden also abgeholt – unser Auto ist wohl bereits wieder zurück in Windhoek. Im Kleinbus sitzt bereits ein Paar aus Deutschland. Wir haben gute Gespräche zusammen. Dann stösst nach eine dreiköpfige Familie aus Frankreich dazu. Gemeinsam fahren wir in Richtung Grenze Botswana. Alle aussteigen und zum Schalter. Stempel. Wieder ins Auto und kurz darauf wieder raus für den Grenzeintritt nach Zimbabwe. Anstehen. Temperatur messen… Uff, kein Fieber. Ab zum Schalter. Nachher stehen wir alle etwas ratlos auf dem Platz. Dan, unser Fahrer sagte uns, er bringe das Gepäck über die Grenze und da würde uns John in Empfang nehmen. Doch wer ist John?? Dann aber kommt ein Mann auf uns zu und unsere kleine Gruppe wird auf getrennte Fahrzeuge verteilt. Wir müssen das Gepäck kontrollieren. Alles da 😊 Einsteigen. Da sitzen wiederum bereits zwei ältere Herren aus Deutschland. 77 und 73 Jahre alt. Zwei Freunde und richtige Weltenbummler! Beide kommen von dieser Reise heim und reisen innert Tagen/Wochen weiter. Einer in den Schwarzwald, den anderen führt es nach Madagaskar 😳 Wir haben superspannende Diskussionen. So weltoffene und engagierte Menschen machen Freude! 


Dann trennen sich unsere Wege. Sie sind direkt in Victoria Falls stationiert, wir ausserhalb. Zum Glück; denn, was für ein Touristenrummelplatz 🙈 Wir selbst werden mit dem Boot abgeholt (superlübktlich wie immer) und fahren das erste Mal auf dem Zambesi River. Es ist der einzige Fluss der Welt, welcher an vier Länder grenzt; Namibia, Botswana, Sambia und Zimbabwe. Unser Gepäck macht derzeit den Landweg. 


Wir geniessen das herzliche Empfangskomitee, das feine Mittagessen und unsere Unterkunft direkt am Fluss. Es geht nicht lange und die ersten Pumbas besuchen uns. Doch auch Elefanten, Krokodile und Affen können scheinbar vorbeischauen… Später machen wir eine Sundowner-Fahrt auf dem Fluss mit an Board sind drei Amerikaner. Wir hüten uns tunlichst vor dem Thema Trump. Wir sehen Hippos und ein 4,5 Meter kanges Krokodil. Es sieht aus, als würde es schlafen, doch scheinbar ist das alles nur Ablenkungsmanöver 😬


Beim Abendessen realisieren wir, dass alle anderen Gäste auch aus den USA sind. Unsere unmittelbaren Tischnachbarn erschüttern mich. Die ältere Tochter isst die Vorspeise nicht, sondern spielt mit dem Essen – es ist ein Randencarpacchio. Sie schmiert sich die Rande auf die Lippen und die Backen und filmt sich dabei! Niemand aus der Familie sagt was. Ich bin entsetzt. Die jüngere Tochter, etwa 14 Jahre jung, hängt im Stuhl wie ein Kartoffelsack und lässt sich dafür das Fleisch von der Mutter schneiden. Ich glaub ich bin im falschen Film! Als sie dann auch noch herablassend mit dem Koch sprechen, kann ich mich kaum zurück halten. Ich bin total schockiert!


Der Koch ist drum mega herzig. Er geht an jeden einzelnen Tisch, möchte unbedingt, dass wir ehrlich sind was das Essen betrifft, weil er lernen möchte. Seine Angst ist, dass all die Gäste, welche seiner Meinung nach in den besten Häusern der Welt absteigen und sich das Gute gewohnt sind, nicht zufrieden sind. Er hat Angst, dass er bei diesem Massstab nicht mithalten kann, weil schlicht die Möglichkeiten fehlen. Er möchte aber mit dem was er hat etwas Kreatives zaubern und ist auf ehrliches Feedback angewiesen. Wir tun dies von Herzen gerne. 


Mit Begleitung gehts zurück zu unserem Zelt. Kaum im Bett hören wir die ersten Hippos grunzen. Wir trinken einen Bailys- ähnlichen Absacker – sie wollten uns erst die ganze Flasche mitgeben. Wir intervenieren. Es ist fast mein erstes Glas Alkohol übergaupt – einmal gab es ein Glas Wein – in diesen Ferien. 


Guet Nacht ✨ 


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